Regulation statt Substitution – Rahmenbedingungen unserer Behandlung

Jede Behandlung in unserer Praxis ist Maßarbeit. Sie wird individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und erfordert nach dem Termin eine intensive Auswertung und Nacharbeit von bis zu zwei Stunden.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Besonderheiten und die Rahmenbedingungen unserer regulativen und ursachenbasierten Behandlung hormoneller Störungen vorstellen.

Regulation statt Substitution

Regulation bedeutet: Der Körper soll ohne die Einnahme von Hormonen wieder in sein hormonelles Gleichgewicht finden.

Die Antwort auf die Frage, wie hormonelle Balance auch ohne Hormonsubstitution erreicht werden kann, liegt unserer Erfahrung nach tief in der Physiologie – also in der Funktionsweise unseres Körpers. Der grundlegende Zusammenhang ist zunächst erstaunlich einfach:

Es geht letztlich um Energie. Hören Sie dazu auch unsere Podcastfolge hier.

Energiemangel führt zu Hormonstörungen

Entscheidend ist, wie viel Energie dem Organismus zur Verfügung steht und wie gut er diese Energie bereitstellen und nutzen kann.

Unserem Verständnis nach spielen Störungen des Energiehaushalts bei hormonellen und vielen anderen gesundheitlichen Problemen eine zentrale Rolle.

Das Hormonsystem dient unter anderem dazu, den Organismus an veränderte Bedingungen anzupassen. Stehen dauerhaft zu wenig Ressourcen zur Verfügung, verändert der Körper seine hormonelle Regulation, um zentrale Funktionen aufrechtzuerhalten.

Wird dieser Zustand chronisch, können daraus Beschwerden entstehen, die als hormonelle Störung wahrgenommen und diagnostiziert werden.

Östrogendominanz, Schilddrüsenunterfunktion und Störungen der Nebennierenregulation betrachten wir deshalb nicht ausschließlich als isolierte Fehlfunktionen einzelner Hormone, sondern auch als mögliche Anpassungsreaktionen des Organismus auf chronischen Stress und eine eingeschränkte Energiebereitstellung.

Allgemein wird ein solcher Belastungszustand häufig schlicht als „Stress” bezeichnet.

Stress und seine Folgen

Die Auswirkungen chronischen Stresses auf den Organismus sind umfangreich untersucht. Anhaltender Stress beeinflusst Energiehaushalt, Nervensystem, Stoffwechsel, Immunsystem und hormonelle Regulation.

Bereits der Stressforscher Hans Selye beschrieb die Erschöpfungsphase einer lang anhaltenden Stressreaktion als einen Zustand zunehmenden Energieverlustes und einer Beeinträchtigung von Zellen, Geweben und Organsystemen.

Für unsere therapeutische Betrachtung ergibt sich daraus eine entscheidende Konsequenz: Wenn Energie eine wesentliche Grundlage für Regulation und Anpassungsfähigkeit des Organismus ist, muss eine ursachenbasierte Behandlung hormoneller Störungen auch dort ansetzen, wo Energieproduktion, Energiebereitstellung und Regulation beeinträchtigt oder blockiert sind.

Stress zu Ende gedacht

Die von Katia Trost entwickelte Methode führt die bekannten physiologischen Folgen von Stress konsequent weiter. Stress ist dabei nichts Abstraktes, sondern ein biochemischer Vorgang mit Auswirkungen auf Nervensystem, Stoffwechsel, Immunsystem, Hormonsystem und letztlich auf den gesamten Organismus.

Hormone sind Botenstoffe und damit ein wesentlicher Bestandteil der körperlichen Stress- und Anpassungsreaktion. Deshalb behandeln wir hormonelle Veränderungen nicht isoliert, sondern suchen nach den Faktoren, die die Regulation des gesamten Systems beeinträchtigen.

Gelingt es, wesentliche Ursachen eines gestörten Energiehaushalts und bestehende Regulationsblockaden zu erkennen und zu bearbeiten, kann sich auch das Hormonsystem wieder neu regulieren.

Weitere Hintergründe zu der von Katia Trost entwickelten Methode finden Sie in ihren Büchern Nebennierenschwäche und Wege aus der Hormonfalle.

Auch im Hormonconnection-Podcast finden Sie zahlreiche weitere Erläuterungen und Hintergründe zu unserem Behandlungskonzept.

Therapeutische Konsequenzen

Deutlich anspruchsvoller ist die therapeutische Praxis einer ursachenbasierten Hormontherapie. Hormonstörungen verstehen wir als unspezifische Reaktion auf Stress und damit auf einen Zustand unzureichender Energieressourcen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Faktoren, welche die Energieproduktion, Energiebereitstellung und Energieverteilung im Körper beeinflussen können. Genau das macht die natürliche Regulation hormoneller Störungen komplex und mitunter auch langwierig.

An dieser Komplexität führt kein Weg vorbei, wenn eine regulative und ursachenbasierte Hormontherapie angestrebt wird.

Alternative Betrachtung von Krankheitsentstehung

Unserem Verständnis nach setzen sich hormonelle und viele andere gesundheitliche Störungen häufig aus mehreren Komponenten zusammen. Dazu gehören unter anderem Arzneikrankheiten, Ernährungsmängel und psychische bzw. entwicklungsbedingte Regulationsstörungen.

Als Arzneikrankheit bezeichnen wir längerfristige Veränderungen der ursprünglichen Biochemie und Regulation des Menschen, die im Zusammenhang mit früheren oder aktuellen Medikamenteneinnahmen stehen können.

Unter Ernährungsmängeln verstehen wir sowohl eine unzureichende Versorgung mit Makronährstoffen – Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten – als auch mit Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Der Begriff „Locus of Control Shift” beschreibt einen im Zusammenhang mit Bindungstrauma entstehenden Mechanismus, bei dem die eigene Steuerung und Selbstwahrnehmung zunehmend nach außen verlagert werden kann. Dies kann sich unter anderem in Selbstsabotage und destruktiven Verhaltensmustern zeigen.

Was passiert also in der regulativen hormonellen Therapie?

Die Komplexität und Entstehung hormoneller Störungen haben ganz konkrete Auswirkungen auf den Inhalt der Therapie:

  1. Wiederherstellung der Energiegewinnung auf Zellebene: Grundlage der Behandlung sind Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die biochemische Energiegewinnung und Energiebereitstellung zu verbessern.
  2. Ursachenbasierte Therapie: Bei funktionellen Hormonstörungen stehen für uns insbesondere das Nervensystem, die Fähigkeit der Zellen zur Energieproduktion und – wenn relevant – sogenannte Arzneikrankheiten im Vordergrund.
  3. Ganzheitlichkeit konsequent umsetzen: Unsere Therapie setzt sich aus einer individuell abgestimmten Reihenfolge verschiedener Bausteine zusammen. Dazu gehören Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie, die Arbeit mit dem Nervensystem und Traumatherapie.
  4. Innovative Diagnostik: Wir untersuchen unter anderem epigenetische Nährstoffdefizite und Hinweise auf mitochondriale Regulationsstörungen. Die Interpretation dieser Befunde kann Rückschlüsse auf die Bildung und Regulation von Neurotransmittern und Hormonen ermöglichen.
  5. Natürliche Entwicklungsfolgen und Hierarchien innerhalb der Organsysteme beachten: Nicht alle Organsysteme besitzen innerhalb der körperlichen Regulation die gleiche Bedeutung. Werden übergeordnete Regulationssysteme stabilisiert, können sich auf nachgeordneten Ebenen Synergieeffekte ergeben. Ganzheitlichkeit bedeutet für uns deshalb nicht nur, Körper, Psyche und Nervensystem gemeinsam zu betrachten, sondern auch Entwicklungsprozesse in einer sinnvollen Reihenfolge zu unterstützen.

Wie ist der Ablauf der regulativen Therapie in der Praxis?

  1. Methodik mit System: Hinter allen Behandlungsschritten steht ein festes Konzept mit klarer Prioritätenfolge. Dabei arbeiten wir uns vom Übergeordneten zum Spezifischen vor. Vorrangiges Ziel ist es, den Körper aus einem dauerhaften Überlebens- und Stressmodus herauszuführen.
    Zunächst stehen deshalb Energie, Stimmung, Belastbarkeit und Schlaf im Vordergrund. Andere Beschwerden wie Verdauungsprobleme, Haut- und Haarprobleme oder Gewichtsveränderungen werden in die Gesamtbetrachtung einbezogen, besitzen aber je nach Situation eine andere Priorität.
    Hormonelle Störungen verändern sich unserer Erfahrung nach häufig parallel zu einer verbesserten Gesamtregulation des Organismus.
  2. Testmethoden: Im Mittelpunkt stehen die Testung epigenetischer Nährstoffmängel, insbesondere nach dem Walsh-Konzept, eine spezielle Form der Haarmineralanalyse sowie ergänzende Untersuchungen.
    Die Bestimmung einzelner Hormone im Blut spielt in unserem Konzept nur eine untergeordnete Rolle, weil sie vor allem den aktuellen Zustand abbildet, jedoch nur begrenzte Aussagen über die zugrunde liegenden Regulationsursachen erlaubt.
    Es wird grundsätzlich nur das untersucht, was für die therapeutische Planung relevant ist.
  3. Behandeln in klinischen Zusammenhängen: Wir behandeln nicht Laborwerte, sondern den Menschen. Deshalb spielen Symptome, Krankengeschichte und Lebenssituation eine zentrale Rolle.
    Dazu gehören unter anderem Ernährung, Lebensführung, Familiengeschichte, frühere Erkrankungen und vergangene Medikamenteneinnahmen. Für diese umfassende Auswertung benötigen wir ausführliche Fragebögen.
  4. Keine Therapie „von der Stange”: Alle Verordnungen werden individuell erstellt. Weder Nahrungsergänzung noch Homöopathie werden nach einem allgemeinen Schema eingesetzt.
    Was für einen Menschen sinnvoll ist, kann für einen anderen ungeeignet sein. Deshalb werden sämtliche therapeutischen Maßnahmen bei jedem Termin neu aufeinander abgestimmt.
  5. Selbstverantwortung des Patienten: Wir verstehen unsere Rolle als begleitend und beratend. Die eigentliche Veränderung findet zum großen Teil zwischen den Terminen statt.
    Der Patient entscheidet jederzeit selbst, welche unserer Vorschläge er umsetzen möchte. Gleichzeitig setzt eine ursachenorientierte Therapie die Bereitschaft voraus, sich mit den eigenen Lebensumständen, Verhaltensweisen und gegebenenfalls auch psychischen und emotionalen Belastungen auseinanderzusetzen.
  6. Therapie im Baukastensystem: Da die Voraussetzungen und Bedürfnisse der Patienten sehr unterschiedlich sind, wird die Therapie individuell aus verschiedenen Bausteinen zusammengestellt.
    Dazu gehören unter anderem Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzung, Homöopathie, die Arbeit mit dem Nervensystem, Coaching/Traumatherapie.
  7. Nacharbeit: Individualität benötigt Zeit. Deshalb gehört zu jedem Termin eine ausführliche therapeutische Nacharbeit, die je nach Fall bis zu zwei Stunden umfassen kann.

Für wen ist die regulative Therapie in der Praxis geeignet?

  1. Aus Wollen folgt Tun: Die Therapie richtet sich an Menschen, die eine regulative und ursachenbasierte Behandlung wünschen und bereit sind, die dafür erforderlichen Veränderungen und Maßnahmen im eigenen Leben umzusetzen.
  2. Die Therapie muss zum eigenen Leben passen: Im Erstgespräch und anhand der Informationen auf dieser Webseite kann jeder Patient prüfen, ob er bereit ist, den zeitlichen, emotionalen und finanziellen Aufwand dieser Therapie zum jetzigen Zeitpunkt zu tragen.
  3. Der Patient als mündiger Mensch: Durch die Komplexität der regulativen Therapie entstehen bestimmte organisatorische Anforderungen.
    Dazu gehören unter anderem vertragliche Vereinbarungen, das sorgfältige Ausfüllen von Fragebögen, eine verbindliche Terminorganisation und die Bereitschaft, sich mit den zur Behandlung gehörenden Informationen und Unterlagen auseinanderzusetzen.
  4. Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen: Nachhaltige Veränderung setzt unserer Erfahrung nach voraus, sich auch mit unangenehmen Gefühlen, Ängsten, Unsicherheiten, verdrängter Wut, Trauer, Kummer und den Folgen eigener Entscheidungen auseinanderzusetzen.
    Therapie ist für uns deshalb kein rein passiver Vorgang, sondern ein aktiver Entwicklungsprozess. Wir können dabei begleiten und Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.
  5. Bereitschaft, sich auf ein komplexes Behandlungskonzept einzulassen: Eine anspruchsvolle Therapieform benötigt klare organisatorische und therapeutische Rahmenbedingungen.
    Dazu gehört, unsere Informationen, E-Mails und Behandlungsunterlagen sorgfältig zu lesen und die vereinbarten Abläufe zu respektieren. Inhaltlich ist wichtig, dass Patienten bereit sind, sich auf unser Behandlungskonzept einzulassen, auch wenn sie an anderer Stelle im Internet/Büchern widersprüchliche Informationen finden.
    Unser Ansatz ist bewusst eigenständig. Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist deshalb nicht blinder Gehorsam, sondern die bewusste Entscheidung, sich auf diesen therapeutischen Weg einzulassen.

Unsere Praxis arbeitet papierlos. Informationen und Behandlungspläne werden ausschließlich elektronisch übermittelt.

Selbstverantwortung statt Abhängigkeit

In unserer Podcastfolge zum Thema Selbstverantwortung erläutern wir ausführlicher, warum dieser Aspekt für unsere Arbeit so wichtig ist.

Obwohl wir selbstverständlich therapeutische Behandlungen anbieten, betrachten wir den Begriff „Behandlung” kritisch, wenn er dazu führt, dass Patienten Verantwortung für den eigenen Körper vollständig abgeben.

Dr. Gerd Reuther beschreibt diesen Gedanken in seinem Buch Heilung Nebensache sinngemäß als Spannungsfeld zwischen Behandlung und Selbstbestimmung.

Unsere Aufgabe besteht deshalb vor allem darin, zu beraten, Zusammenhänge sichtbar zu machen und auf aus unserer Sicht wichtige natürliche Regulationsprinzipien hinzuweisen.

Uns geht es nicht darum, dass sich Patienten uns oder einem Konzept unterwerfen. Entscheidend ist vielmehr, dass sie sich zunächst mit unserem Ansatz auseinandersetzen und sich anschließend bewusst und freiwillig dafür entscheiden, diesen Weg zu gehen.

Unser klar definiertes therapeutisches Angebot ergibt sich aus den Informationen auf dieser Webseite, aus den Büchern von Katia Trost – Nebennierenschwäche und Wege aus der Hormonfalle – sowie aus dem Hormonconnection-Podcast.

Wichtig ist uns, dass Patient und Therapie zusammenpassen und wir gemeinsam einen tragfähigen Weg gehen können. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die Bereitschaft, notwendige Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen.

Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, bestehende Behandlungsblockaden aktiv anzugehen und – wenn erforderlich – auch zusätzliche therapeutische oder psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Uns ist bewusst, dass Menschen unterschiedliche Tempi, Voraussetzungen und Bedürfnisse haben. Deshalb beginnt die Behandlung mit dem telefonischen Ersttermin, in dem Sie für sich feststellen können, ob Sie mit uns arbeiten wollen. Erst dann erfolgt die eigentliche ausführliche Anamnese via Zoom.

Im weiteren Verlauf stellen wir verschiedene therapeutische Werkzeuge zur Verfügung, die individuell ausgewählt und kombiniert werden können.

Termin: info@natuerliche-hormonregulation.de