Testosteron und Dihydrotestosteron beim Mann
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es beeinflusst jedoch nicht nur Sexualität und Potenz, sondern auch Muskelaufbau, Fettverteilung, Knochendichte, Leistungsfähigkeit, Antrieb und psychische Stabilität.
Ein Testosteronmangel kann sich deshalb sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Typisch sind nachlassende Libido, Erektionsstörungen, Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit, Muskelabbau, zunehmendes Bauchfett sowie ein Verlust an Antrieb und Selbstvertrauen.
Dabei ist nicht allein entscheidend, wie viel Testosteron im Blut gemessen wird. Ein Teil des Testosterons ist an SHBG gebunden und steht dem Körper nicht unmittelbar zur Verfügung. Entscheidend ist daher auch, wie viel freies Testosteron tatsächlich vorhanden ist und wie Testosteron im Gewebe weiterverarbeitet wird.
Dihydrotestosteron
Ein Teil des Testosterons wird über das Enzym 5-α-Reduktase in Dihydrotestosteron, kurz DHT, umgewandelt.
Dihydrotestosteron bindet stärker an den Androgenrezeptor als Testosteron und entfaltet dadurch in bestimmten Geweben eine wesentlich stärkere Wirkung.
Es spielt insbesondere für Prostata, Haut, Talgdrüsen, Bart- und Körperbehaarung sowie Haarwurzeln eine Rolle.
Dabei wird DHT zum Teil direkt im jeweiligen Gewebe gebildet. Ein Blutwert zeigt daher nicht immer vollständig, wie stark die Androgenwirkung tatsächlich ist.
Testosteron und Psyche
Auch das Gehirn reagiert auf Androgene.
Testosteron beeinflusst unter anderem Motivation, Antrieb, Initiative, Belastbarkeit, sexuelles Interesse und Selbstvertrauen.
Ein Mangel kann sich deshalb nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bemerkbar machen.
Testosteron und Methylierung
Die Methylierung beeinflusst zahlreiche Stoffwechsel- und Neurotransmitterprozesse und steht dadurch auch mit der hormonellen Regulation in Verbindung.
Bei hormonellen Störungen lohnt sich deshalb neben der Betrachtung der Hormone auch ein Blick auf den individuellen Methylierungsstoffwechsel.
Nicht der einzelne Wert ist entscheidend
Testosteron lässt sich nicht isoliert betrachten.
Entscheidend ist, wie viel Testosteron gebildet wird, wie viel davon frei zur Verfügung steht, wie stark es in Dihydrotestosteron umgewandelt wird und wie gut die Androgenwirkung im Gewebe tatsächlich funktioniert.
Eine natürliche Hormonregulation betrachtet deshalb nicht nur einen einzelnen Laborwert, sondern das Zusammenspiel des gesamten Hormonsystems.
