Im Allgemeinen versorgen zwei Schilddrüsenhormone unseren Körper mit Schilddrüsenhormonen. Das inaktivere Thyroxin, auch T4 genannt, ist dabei ein Depothormon, welches im Gewebe eingelagert wird und bei Bedarf in das vielfach aktivere Trijodthyronin, auch T3 genannt, umgewandelt wird.

Als reverses T3, auch als RT3 abgekürzt, bezeichnet man ein Stoffwechselprodukt des T4,  von dem das „falsche“ Jodathom abgespalten wurde. Anstelle des aktiven T3, stellt der Körper hier aus dem T4 das sogenannte reverses T3 her.

Reverses T3 ist nicht bioaktiv, besetzt aber die Rezeptoren für das eigentliche T3, wodurch es zu Störungen bei der Verwertung des T3 in der Zelle kommen kann. Das Vorhandensein eines geringen Prozentsatzes an reversem T3 ist physiologisch und normal. Doch sollte reverses T3 nicht im Übermaß vorliegen, bzw. gegenüber dem normalen T3 überwiegen.

Gründe für die Entstehung von reversem T3 sind:

  • Ein Übermaß an Stresshormonen wie Kortisol und Adrenalin
  • Übermäßige Gaben an T4 (z.B. L-Thyroxin), da der Körper bei einem Überschuss an dem Depothormon davon ausgeht, dass die Umwandlung in aktives T3 zu diesem Zeitpunkt für den Körper nicht möglich ist (der Körper geht von einer Hungersnot aus), sodass er die Umwandlung von T4 in T3 weiter einstellt, bzw. durch die Herstellung von reversem T3 die Zellen gegen das T3 resistent machen möchte. Schließlich erhöht T3 den Grundumsatz, was in Zeiten von Not nicht erwünscht ist.

Diagnose des reversen T3:

  • Die Ratio von freiem T3 geteilt durch RT3 sollte über 20 liegen
  • Ratio von gebundenem T3 geteilt durch RT3 sollte über 10 liegen
  • Ein FT4 Wert über 1,4 microIU/ml ist eine Indikation für erhöhtes RT3
  • Ein Test zur direkten Ermittlung von reversem T3 ist u.a. bei dem Labor Ganzimmun erhältlich

In meiner Praxis messe ich RT3 nicht mehr. Mittels Haarmineralanalyse bekomme ich einen Hinweis über die Empfindlichkeit der Zellen auf Schilddrüsenhormone. Außerdem ist von einer gewissen Produktion von RT3 auszugehen, solange sich der Patient überwiegend im Stressstoffwechsel befindet. Eine zusätzliche Ermittlung führt meines Erachtens nach zu keinen wirklichen Hinweisen in Bezug auf eine sinnvolle Therapie und ist damit in den meisten Fällen schlicht verschwendetes Geld. Gängigerweise wird der RT3 Test vorgenommen um zu entscheiden, ob der Patient die alleinige Gabe von T4 nicht verträgt, sodass er zusätzlich mit T3 substituiert werden muss (sogenannte Umwandlungsstörung). Da ich alleinige Gaben von T4 sowieso ablehne, erübrigt sich auch der Test auf reverses T3.

Mehr zu reversem T3 finden Sie hier.