Pillen nehmen alleine hilft wenig oder gar nicht! Das gilt für Nahrungsergänzungsmittel, die nie ein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung sind, als auch für die Einnahme von naturidentischen Hormonpräparaten.

Die Heilung von hormonellen Störungen ist komplex, weil alleine auf körperlicher Ebene viele Faktoren ineinander greifen. Stimmen Ernährung, bzw. Nährstoffversorgung nicht, wirken auch zugeführte Hormone nicht wie angestrebt. Ähnliches gilt, wenn Sie nicht bereit sind Ihr Leben mit Ruhephasen auszustatten oder sich psychischen oder körperlichen Stressoren nicht widmen.

Unten also noch einmal eine ausführlichere Erklärung des Heilungsmodells hormoneller Störungen:

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Von unten nach oben ergibt sich die Wichtigkeit der Faktoren hormoneller Heilung:

1. Ausschaltung von Stressoren:

Dazu gehört nicht nur der von dem heutigen Menschen empfundene allgegenwärtige “Stress“, sondern ganz besonders auch folgende Faktoren:

  • Die Ausschaltung von östrogenen Faktoren wie die Antibabypille
  • Hungern, auch auf Zellniveau. Der Körper stellt sich beim Hungern auf einen Mangel ein. Insbesondere bei „Zuckermangel“ verlangsamt die Leber ihre Arbeit und es wird nicht mehr genug Schilddrüsenhormon in aktiver Form hergestellt. Essen Sie also immer reichlich, besonders am Anfang Ihrer Behandlung. Anders werden Sie den erniedrigten Grundumsatz Ihrer Schilddrüse nicht überwinden. Es könnte sein, dass Sie erst einmal etwas zunehmen. Ist Ihr Hormonsystem wieder im Lot, nehmen Sie ab, bauen wieder Muskeln auf und verlieren an den Problemzonen wie Bauch etc. Fett. Zu hungern ist in dem Fall keine Abkürzung, sondern eine Verzögerung Ihrer Heilung. Wenn Sie durch Hungern abnehmen, geschieht das immer durch Ausschüttung von Adrenalin. Der Jo-jo Effekt ist danach vorprogrammiert, weil Ihr Stoffwechsel herunter fährt.
  • Zusatzstoffe, Toxine, Konservierungsmittel und Pestizide wirken oft wie Östrogene. Bestenfalls behindern sie jedoch die Arbeit der Leber. Daher lieber auf Fertigprodukte verzichten und Bio kaufen.
  • Fleisch, Eier und Milchprodukte sind oft mit Östrogenen und Wachstumshormonen belastet, daher Bio bevorzugen.
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega 6) unterdrücken den Stoffwechsel (Schilddrüse), fördern die Bildung von Östrogenen und unterdrücken das Immunsystem, tragen also zu entzündlichen Reaktionen bei. Minderwertige Fette sind in vielen konventionellen Produkten wie Schokolade und Kekse verborgen, daher lohnt sich der Blick auf die Verpackung. Auch Omega 3 Fettsäuren wirken nur kurzfristig entzündungshemmend. Langfristig wirken sie wie Omega 6 Fettsäuren.
  • Wasser aus Pet Flaschen enthält Xenoöstrogene. Leitungswasser enthält ebenfalls Östrogene, da dieses aus dem geklärten Trinkwasser nicht herausgefiltert werden kann.
  • Nahrungsmittel mit östrogener Wirkung: Soja (Fermentierung macht Sojaprodukte in Maßen verträglich, wie z.B. in Sojasauce), Grapefruit, Salbei, Bockshornklee, Granatapfel, im Übermaß auch Lavendel und Teebaumöl. Viele Kräutertees wirken letztendlich östrogen, sodass diese bewusst konsumiert werden sollten. Süßholzwurzel hebt den Kortisonspiegel.
  • Vermeidung goitrogener Lebensmittel (schilddrüsenunterdrückend): Alle Kohlsorten, Senf, Meerrettich, Rucola, roher Yams. Kochen zerstört Goitrogene, fermentieren jedoch nicht (rohes Sauerkraut). Bei Hirse scheiden sich die Geister. Angeblich werden dort die Goitrogene auch durch Kochen nicht zerstört. Durch einmaligen oder gelegentlichen Verzehr sind die Auswirkungen gering, täglicher Konsum kann sich aber durchaus ungünstig auswirken.
  • Psychische Blockaden wie  Versagensängste, Minderwertigkeitskomplexe, Perfektionsansprüche, die einen in den Burn-out treiben etc.
  • Ausdauersportart, soweit der Stoffwechsel nicht stabil oder gesund ist. Sie werden dadurch nicht fitter, sondern schütten immer weiter Stresshormone aus, auch der Muskelaufbau leidet, genauso wie die Erholungszeit nach dem Sport. Ähnlich wie beim Hungern gilt hier der Sport auf Krampf (um abzunehmen z.B.) als eine Verzögerung der Heilung. Durch Sport baut man zwar Adrenalin ab und setzt Endorphine frei. Belastet der Sport jedoch den Stoffwechsel zu sehr, werden nach dem Sport gleich noch einmal so viele Stresshormone ausgeschüttet. Auch hier gilt: sobald Sie mit dem Sport aufhören, fangen Sie oft an Fett anzusetzen, weil Sie Ihren Körper nicht mehr durch Adrenalin schlank zwingen. Auch die sehnigen schlanken Muskeln von Ausdauersportlern sind oft ein Zeichen für einen Adrenalingesteuerten Stoffwechsel.
  • Keine Ruhezeiten, Schlafmangel, Vertauschung des Tag-und-Nacht Rhythmusses (Nachtarbeit, bis in die Nachtstunden am PC daddeln)
  • Kontakt mit östrogenwirksamen Chemikalien wie Lacke, Haarfärbemittel etc.
  • Vermehrter Kontakt mit Elektrosmog (PC, Hochstromanlage, ständig Handy am Ohr oder den Genitalien)

2. Ernährung und Schlaf:

  • Man sollte mindestens 5 Stunden ununterbrochen pro Nacht schlafen. 7 Stunden sind besser. Am Anfang der Heilung sind oft 8 Stunden plus sinnvoll. Wenn man vor 23 Uhr im Bett liegt und nicht vor 6 Uhr aufsteht, wäre das ideal.
  • An den drei Hauptmahlzeiten sollten jeweils Fette, Kohlenhydrate und Proteine gemeinsam verzehrt werden. Die Umwandlung von einem Stoff in den anderen wird von dem Körper als Notsituation verstanden.
  • An den drei Hauptmahlzeiten sollten ca. 30-35 Gramm Eiweiß verzehrt werden.
  • Es sollte täglich eine rohe Karotte gegessen werden, am besten zwischen 10 und 12 morgens. Diese resorbiert im Dünndarm überschüssiges Östrogen und entlastet die Leber. Karotten sind außerdem gut gegen Parasiten und Candida Pilzbefall.
  • Drei Mahlzeiten pro Tag sollte man mindestens zu sich nehmen und reichlich essen. Gerade morgens ist ein gutes Frühstück recht bald nach dem Aufstehen wichtig. Nicht frühstücken zu können, ist ein Zeichen eines langsamen Stoffwechsels. Sie müssten nach einer essenslosen Nacht morgens sehr hungrig sein. Notfalls essen Sie morgens einen Snack, z.B. ein Stück Käse mit etwas Saft, und frühstücken später. Wenn es Ihnen noch nicht so gut geht, essen Sie mindestens 5 Male am Tag. Ihr Körper kann in der Leber kein Zucker speichern, sodass Sie auf eine erhöhte Zufuhr angewiesen sind. Werden Sie in dieser Phase niemals hungrig, besonders wenn Sie hungrig zu Reizbarkeit, Zittern, Flauheit etc. neigen.
  • Essen Sie genug Salz! Besonders wenn kalte Füße, Nase und Hände bestehen. Ein weiteres Zeichen des Salz- und evtl. Zuckermangels wäre, wenn Sie häufig auf Toilette müssen und Ihr Urin hell ist. 6 Male Wasserlassen pro Tag müsste ausreichen. Beachten Sie, dass Lebensmittel wie Obst und Saft sehr kaliumhaltig sind und daher Natrium (Salz) ausscheiden. Balancieren Sie diese also evtl. mit Salz aus.
  • Trinken Sie nur, wenn Sie durstig sind. Je gesünder Ihr Stoffwechsel, desto durstiger werden Sie sein. Zuviel Wasser, Tee etc. auf einen langsamen Stoffwechsel scheidet zu viel Glukose und Salz aus. Experimentieren Sie ruhig ein wenig und achten auf das, was zum Salz gesagt worden ist. Im Sommer und bei sportlicher Betätigung ändern sich Ihre Bedürfnisse natürlich. Trinken Sie aber nicht einfach so 3 l Wasser am Tag. Eventuell macht es auch Sinn, z.B. Tee zu süßen.

3. Nahrungsergänzung:

  • Ist eben nur eine Ergänzung der Nahrung
  • Achten Sie auf Nahrungsergänzung mit guter Bioverfügbarkeit, also gerne aus natürlichen Quellen
  • Achten Sie auf Zusatzstoffe in den Präparaten. Leider ist auch das, was Sie in deutschen Apotheken bekommen, in dieser Hinsicht minderwertig.
  • Nahrungsergänzung aus dem Drogeriemarkt ist von Gesetzes her niedriger dosiert. Aber auch hier enthalten die Präparate oft Zusatzstoffe. Außerdem werden diese oft in einer minderwertigen Form angeboten, wie z.B. Magnesiumoxid, welches vom menschlichen Körper kaum aufgenommen werden kann.
  • Eine Deckung des Nährstoffbedarfes auch aus hochwertigster Nahrung ist kaum möglich, da unsere Böden ausgelaugt sind, der Bedarf an bestimmten Stoffen wie Magnesium, Zink und B-Vitamine unter Stress und einer Unterfunktion der Schilddrüse steigt und die meisten Menschen nicht bereit sind auf natürliche Alternativen aus der Ernährung zurückzugreifen wie Eierschalen für Kalzium, Leber für Zink und Vitamin A (nicht Betakaroten!). Bedenken Sie, dass unsere Vorfahren immer das ganze Tier gegessen haben, nicht nur das Filet.

4. Homöopathie und Phytotherapie:

  • Homöopathika und gewisse pflanzliche Präparate wirken nach individuellen Kriterien als Unterstützung der körperlichen Funktionen. Gerade auch Homöopathika helfen oft dabei verborgene psychische Stressmuster aufzudecken.

5. Naturidentische Hormone:

  • Wichtig ist zunächst einmal, dass die Hormone wirklich naturidentisch sind. Gestagene aus der “Pille” sind es nicht.
  • Bei der Unterstützung der Hormone ist es wichtig, dass die Östrogendominanz nicht auch noch durch die Gabe von Östrogenen gefördert wird.
  • Bei der Behandlung der Schilddrüse hat sich eine ausschließliche Behandlung mit dem Schilddrüsenhormon T4 (Thyroxin) oft als nicht ausreichend erwiesen. Oft benötigen Patienten zusätzlich eine geringe Dosis des aktiven Schilddrüsenhormons T3.
  • Das T3 sollte außerdem nicht auf einmal, sondern zeitversetzt eingenommen werden. Schließlich möchte man die Schilddrüse sanft unterstützen und nicht tot hauen. Ziel der Behandlung ist ja schließlich die Hormone wieder auszuschleichen.